Start - 1. LRCD - Was tun?

Dein Lagotto Verein
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Wir wenden uns hier heute an die Mitglieder des 1. Lagotto Romagnolo Club Deutschland e.V. (1. LRCD). Stellen diese Nachricht aber bewusst offen auf unsere Homepage, um allen, die an der Rasse interessiert sind, die Möglichkeit zu geben, sich über unsere Überlegungen zu informieren.

Mit Aufnahme der Lagotto Romagnolo Züchtergemeinschaft e.V. (LRZ) als vorläufiges Mitglied des Verbandes des Deutschen Hundewesens e.V. (VDH) hat sich die Situation für unseren Verein dramatisch verändert. Vor dieser Entscheidung hatte der VDH mit den Züchtern und Deckrüdenhaltern des 1. LRCD Verträge geschlossen, die allen die Zucht unserer Rasse im VDH ermöglicht hatten. Jetzt wird aber vom LRZ unseren Mitgliedern sowohl die Mitgliedschaft als auch der Abschluss von Verträgen, die eine weitere Zucht nunmehr über einen Mitgliedsverein des VDH ermöglichen würden, mit Verweis auf eine entsprechende Forderung des VDH verweigert. So zumindest die Aussage des LRZ auf seiner Homepage - eine Mitteilung des VDH, die dies bestätigt, wird uns verweigert. Kurz nachdem dies bekannt wurde, sah sich der Lagotto Romagnolo Wasserhunde e.V. (LRWD) dazu veranlasst, die Mitgliedschaft sowohl im 1. LRCD als auch im LRWD nicht mehr zuzulassen. Soweit die Fakten.

Wir haben zu diesen Fakten eine eigene Meinung, die wir unter "Unser Status" zusammengefasst haben.

Im Ergebnis der Situation hat der Verein eine Reihe von Mitgliedern verloren, wovon vielen die Trennung ein schmerzlicher Einschnitt war. Zuletzt hat der Verein auch seine langjährige 1. Vorsitzende als Vorstands- und Vereinsmitglied verloren. Ute hätte, wenn Sie weiter Mitglied des 1. LRCD geblieben wäre, Ihren Zwingerschutz verlieren können und hätte die Zucht nicht fortsetzen können, weshalb wir sie in diesem Schritt bestärkt haben, denn auch für uns ist es unerträglich, dass die Kampagne gegen den 1. LRCD zur Folge hat, dass gesunde, zuchtzugelassene Hunde plötzlich nicht mehr für die Zucht zur Verfügung stehen sollen. Dieses Ergebnis zeigt u.E. sehr drastisch die Unsinnigkeit der aktuellen Entwicklung.

Wir fordern jeden, jeden der in den Vereinen Verantwortung trägt, jedes Mitglied der Vereine, jeden Züchter und jeden Deckrüdenhalter auf, dieser Entwicklung aktiv entgegenzutreten. Das vorhandene Zuchtpotential der Rasse in Deutschland erlaubt nur eine erfolgreiche weitere Zucht, wenn wie bisher (vor Aufnahme des LRZ) alle Hündinnen und Deckrüden in EINER Zuchtgemeinschaft für die Zucht eingesetzt werden. Das erfordert gegenwärtig, sich mit der aktuellen Situation abzufinden und im LRZ zu züchten. Persönliche Animositäten dürfen bei der Zuchtauswahl keine Bedeutung haben. Wer die Zuchtregeln des LRZ anzweifelt, darf auf keinen Fall vergessen, dass diese durch die Mitglieder des Vereins nach demokratischen Grundsätzen aufgestellt wurden und der Überprüfung des VDH standhielten. Sollten sich tatsächlich einzelne dieser Regeln als unzweckmäßig erweisen, kann die künftige Mitgliedschaft des LRZ, nach den gleichen demokratischen Grundsätzen diese Regelungen diskutieren und verbessern.

Wie haben wir reagiert:

    • Wie viele wissen, ermöglicht der 1. LRCD allen von der beschriebenen Situation betroffenen Mitgliedern, den Verein unkompliziert und rechtssicher zu verlassen. Ein entsprechendes Schreiben informiert über die Überlegungen des Vorstandes zu dieser Möglichkeit.
    • Wir haben den VDH von unserer Einschätzung der Situation in Kenntnis gesetzt und gebeten, zu unseren Fragen Stellung nehmen. Aber das Bekenntnis zu Offenheit und Kompetenz und die Selbstverpflichtung zur Aufklärung und Information der Öffentlichkeit über Fragen des Hundewesens sind für den VDH offenbar keine ausreichenden Gründe, unsere Fragen zu beantworten oder unsere Argumente zu würdigen. Herr Jörg Bartscherer hat für den VDH mitgeteilt, dass er Satzungen und Ordnungen des VDH oder seine Vertragswerke nicht mit uns zu diskutiert hat.

Was können wir tun:

    • Wenn wir alle, und dessen ist der Vorstand sich sicher, weiter für unsere Hunde aktiv sein wollen, bietet der 1. LRCD in seiner gegenwärtigen Form u.E. nicht mehr die richtige Plattform, das ist tragisch aber man muss es akzeptieren. Natürlich könnte man versuchen, gegen die für viele offensichtliche Ungerechtigkeit weiter anzukämpfen, letztlich dann Gerichte anrufen, was einige andere Vereine oder auch Züchter ja auch getan haben. Aber uns als Vorstand fehlt es dafür an Zeit und Kraft, weshalb wir diesen Weg nicht mitgehen können.
    • Als eine Konsequenz wäre denkbar, den Verein aufzulösen. Hierfür wäre ein Beschluss der Mitgliederversammlung mit einer qualifizierten Mehrheit erforderlich. Als Folge würde das nicht unerhebliche Vereinsvermögen, was die Mitglieder langjährig für die Förderung der Zucht unserer Rasse angespart haben, der GKF - Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e.V. zufallen, so die aktuelle Satzungsregelung. Damit würde das Geld für Forschungen, die allen Hunden nützen können, eingesetzt, wäre aber der Förderung speziell unserer Rasse entzogen. Das wollen wir als Vorstand versuchen zu vermeiden.
    • Hierzu wäre es möglich, die entsprechende Satzungsregelung zu ändern und eine andere gemeinnützige Organisation als Empfänger des nach Auflösung verbleibenden Vereinsvermögens zu benennen. Das kann nicht im Rahmen der Auflösung erfolgen, da diese Satzungsänderung erst mit Eintragung wirksam wird. Welche Organisationen kämen hierfür infrage:
        • Der LRZ hat die Verantwortung für die Zucht unserer Rasse im VDH übernommen und ist nach seiner Satzung verpflichtet, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel für seinen Zweck, die Reinzucht der Rasse Lagotto Romagnolo, einzusetzen. Der LRZ ist als vorläufiges Mitglied in den VDH aufgenommen, womit es eher unwahrscheinlich erscheint, dass er künftig mit den gleichen Problemen wie jetzt der 1. LRCD konfrontiert wird. Allerdings scheint diese Lösung aktuell evtl. nicht mehrheitsfähig zu sein.
        • Der LRWD verfügt über ähnliche satzungsmäßige Voraussetzungen, ist allerdings nicht in den VDH aufgenommen und wird lediglich aufgrund seines aktuellen Antrages auf Aufnahme in den VDH vor der gleichen Behandlung wie der des 1. LRCD verschont. Würde der 1. LRCD im Fall der Auflösung dem LRWD das verbleibende Vereinsvermögen zusprechen und würde der Antrag auf Aufnahme in den VDH abgelehnt, würde der LRWD vor der gleichen Situation stehen, wie jetzt wir im 1. LRCD. Daher halten wir diese Lösung nicht für sinnvoll und außerdem ist auch hier, zumindest nach der jüngsten Entwicklung, fraglich, ob das eine Mehrheit finden würde.
    • Der Vorstand würde als eine mögliche Alternative eine Umgestaltung des 1. LRCD für sinnvoll halten. Würde der Verein sich so verändern, dass er kein Rassehundezuchtverein mehr wäre, sondern z.B. ein reiner Förderverein für die Hundezucht, würden die Mitglieder nicht mehr von den negativen Folgen der aktuellen Einschätzung des Vereins betroffen sein, denn diese Folgen, insbesondere der Ausschluss von der Mitgliedschaft in den Mitgliedsvereinen des VDH gilt nur für Mitglieder von Organisationen "auf dem Gebiet der Rassehundezucht oder des Hundesports". Nach unserer Überzeugung kann ein Verein, der lediglich die Hundezucht fördern möchte, nicht unter diese Regelung fallen. Wir werden versuchen, hierzu noch weitere Informationen zu erhalten, um diese Überzeugung abzusichern. Eine solche Umgestaltung wäre allerdings kompliziert, weil der Verein seinen Satzungszweck nicht einfach ändern kann, was aber erforderlich wäre. Dennoch hält der Vorstand einen entsprechenden Umbau für möglich und wäre grundsätzlich bereit, daran mitzuwirken, wenn die Mitglieder ihn dabei unterstützen.

Wir werden in Kürze Termin und Ort für eine Mitgliederversammlung bestimmen. Im Anschluss besteht bis spätestens 7 Wochen vor dem Termin dieser Versammlung die Möglichkeit Anträge zu stellen. Wir bitten unter Beachtung der Situation hiervor unbedingt Gebrauch zu machen. Wir wollen die Lösungswege für das Problem des Vereins mit den Mitgliedern diskutieren, wir wollen Lösungsansätze und die erste Umsetzung dieser zur Abstimmung stellen. Wer hier eigene Präferenzen sieht, soll entsprechende Vorschläge gern unterbreiten und auch die notwendigen Anträge stellen.

Noch folgende persönliche Anmerkungen:

Obwohl der LRWD mit seinem Vorstand, den Vertretern seiner Organe und einigen Mitgliedern insbesondere in den letzten Wochen massiven Druck auf unseren Vorstand ausgeübt hat bis hin zu der Forderung den 1.LRCD aufzugeben, und bei verschiedenen Anlässen die Arbeit des Vorstandes massiv, u.E. ohne Rechtfertigung und zudem noch unbegründet und auch in der Wortwahl unangemessen kritisiert hat, haben wir eingedenk der gemeinsamen Vergangenheit und der vermeintlich gleichen Verantwortung für unsere Hunde dem Vorstand des LRWD, die Frage gestellt, ob man dort eine gemeinsame Zukunft noch für denkbar hält. Quasi als Antwort hat der LRWD die Vorstandsmitglieder von der Mitgliederliste des LRWD (u.E. zweifelsfrei rechtswidrig und damit unwirksam) gestrichen. Im Ergebnis sehen wir derzeit keinen Weg, die Vereine zusammenzuführen, obwohl auch das die aktuelle Situation des 1. LRCD beseitigen könnte. Sollte aber ein Mitglied unseres Vereins, einen entsprechenden Antrag zur Mitgliederversammlung stellen, werden wir diesen selbstverständlich in der Mitgliederversammlung offen zur Diskussion stellen. Für den weiteren Weg in diese Richtung stehen wir als Vorstandsmitglieder dann aber nicht mehr zur Verfügung.

Wir verstehen, dass viele Mitglieder und Lagottofreunde mit der Situation unzufrieden sind, das sind wir auch. Aber auch wenn sich die eine oder andere Entscheidung, die in der Vergangenheit getroffen wurde, jetzt als Fehler herausstellt, hat u.E. niemand insbesondere niemand, der nicht selbst Verantwortung übernommen hat, das Recht, die Mitglieder unseres Vorstandes persönlich anzugreifen. Gerade wir, Bea und Jörg, sind erst seit dem 04. März 2017 in der Verantwortung. Wenn wir jetzt diese Verantwortung wahrnehmen und dabei die Interessen des 1. LRCD pflichtgemäß vertreten, bitten wir, dass alle Lagottofreunde respektvoll mit uns umgehen und unsere Arbeit vorbehaltlos und fair bewerten. Sollte das, wie zuletzt leider häufig, auch künftig nicht der Fall sein, müssen auch wir uns fragen, ob wir die hohen Belastungen uns, unserer Gesundheit und nicht zuletzt unseren Familien und Hunden weiter zumuten wollen.

17. Februar 2018
Der Vorstand des 1. Lagotto Romagnolo Club Deutschland e.V.
Bea und Jörg


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